Pressetexte
 

Folker:

Wow! Ein gelungenes Album voll faszinierender Klangbilder. Der Österreicher Hetzendorfer hat zehn Jahre in Brasilien gelebt und beschwört die Welt des Amazonas musikalisch ebenso herauf, wie die Schwüle afrobrasilianischer Sambanächte oder, als kleines Schmankerl, ein österreichisches Folklorelied im Percussiongewand. Mehr davon. Seu Gerardo!

 

Skug:

Der Perkussionist Gerhard Hetzendorfer präsentiert mit "Brazil Project Batuk" (Austro Mechana) ein teils jazziges Album, das trotz einer gewissen meditativen Entspanntheit auf kräftig swingenden brasilianischen Rhythmen aufbaut - Crossovers in diverses genre-fremdes Liedgut inklusive.

 

Jazzzeit:

 

Concerto:

Bezirksblatt:


"Das Berimbau das aus der Kälte kam"
                 
(von Cláudio Cordovil, aus "Jornal do Brasil", 10.9.1998)

Was hat die Musik Österreichs mit brasilianischer Perkussion gemein? Fast nichts. Aber der österreichische Perkussionist Gerhard Hetzendorfer kombiniert das Jodeln mit dem Berimbau wie niemand anderer.

Seit 5 Jahren in Rio de Janeiro lebend und verheiratet mit einer Brasilianerin, will Gerhard, der schon 10 Jahre Perkussion spielt, nicht mehr nach Krems, seiner Geburtsstadt, zurückkehren. Aber das hindert ihn nicht daran manchmal nach Österreich oder Deutschland zu reisen, wie dies letztes Jahr geschah, als er mit dem brasilianischen Posaunisten Raul de Souza in Europa auf der Bühne stand.

In meiner Arbeit möchte ich die verschiedenen Kulturen vereinen. Ich singe österreichische Musik zusammen mit dem Pandeiro (brasilianische Schellentrommel, Anm.). Im Innersten bin ich Afrikaner.

"Ich habe immer diese Leidenschaft für den Rhythmus gehabt", sagt der blasse Gerhard, der mit dem Latin Jazz begonnen hat und nun seine künstlerischen Grenzen ausweitet. "Nach diesem ersten Kontakt mit Perkussion, habe ich begonnen Sounds auf meinem Körper zu erzeugen, auf Keksdosen und Tischen zu spielen und auf Flaschen zu blasen." Von Hermeto Pascoal, den er persönlich kennenlernte, wurde er stark beeinflusst.

Mit nur drei Stücken, beinhaltet seine neue CD, die von Marcelo Salazar produziert wurde, den Titel "Breath Deeply" mit Bodypercussion und Rhythmen, auf einem Tisch gespielt.

Die Gäste auf dieser CD sprechen für sich: Robertinho Silva, Raul de Souza, Carlos Negreiros und Chiquito Braga.

"Balanco Zona Sul" von Tito Madi hat von Gerhard eine neue rhythmische Basis bekommen. "Ich hoffe, dass den Leuten das neue Arrangement des Bossa Novas von Tito Madi gefällt", sagt er im vorhinein.
 

Novotatio - Ein ehrliches Konzept der Weltmusik
(von Andreas Mayerhofer)

Im Kremser Jazzkeller war kürzlich das Duo "Novotatio", bestehend aus Christian Renk (reeds) und dem Perkussionisten Gerhard Hetzendorfer, zu hören. "Novotatio" - ein Konzept, das auch auf ihrer Debüt-LP dokumentiert wird: "Erdgebunden" - Nicht das um jenen Preis Neue in der Musik zählt, sondern die Ästhetik, die ehrliche Liebe zum Klang, auch wenn man sich dabei in schon vorhanden Bahnen bewegt. Schon alleine diese Ehrlichkeit hält einer Musikkritik stand, die oft nur das noch nie da gewesene sucht, die sich an spektakulären, egoistischen Experimenten ergötzt. Egoistisch ist die Musikauffassung von Novotatio sicher nicht: Sogar der als Gaststar engagierte Gerhard Reiter, Österreichs Perkussionist Nr. 1 bleibt dienend in das Gesamtkonzept, das auf ständiger musikalischer Interaktion beruht, eingebunden. Südamerikanische Rhythmen, die aber nie, wie schon so oft gehört, zu etüdenhafter Technikdemonstration ausarten, wechseln mit dem statischen, in sich ruhenden Metrum orientalischer Musik, wo besonders in Kompositionen wie "Hussein" oder "Beschwörung" Gerhard Reiter auf der Darabuka beeindruckt und Christian Renk sein großes Instrumentarium an Holzblasinstrumenten ausschöpft.